Wie oft dürfen Sie aufstellen?

Hier gibt es einen deutlichen Unterschied zwischen Familienaufstellungen und spirituellen Aufstellungen einerseits und Organisations- sowie Strukturaufstellungen andererseits. Bei ersteren „braucht die Seele oft Zeit, um das Lösungsbild ganz nehmen zu können“. Das kann manchmal Tage, Wochen, Monate oder auch Jahre dauern.

Bei Organisations- und (einigen Formaten von) Strukturaufstellungen kann das durchaus anders sein, vor allem wenn die Situation nicht in tiefe archaische Gefühle oder frühkindliche Prägungen hineingeführt hat. In Ausbildungskursen habe ich selbst (Rudolf Schnappauf) schon drei verschiedene eigene berufliche Themen erfolgreich und mit wesentlichem Erkenntnisgewinn an einem Tag aufgestellt. Auch für Führungskräfte konnte ich schon öfter mehrere Anliegen mit unternehmerischen Fragen am gleichen Tag klären.

Grundsätzlich mag gelten: „Solange die Bilder einer Aufstellung innerlich lebendig weiterwirken, macht es wenig Sinn, (zum gleichen Thema) neue Bilder darüber zu legen, welche die Wirkung der früheren überdecken oder ihnen entgegenwirken (können).“ (Ursula Franke).

Ein erster Impuls bewirkt über die Zeit hinweg, durch das intensive Auseinandersetzen in der Nachbereitung und mit den Fragen der „Hausaufgaben“, die Sie von erfahrenen und fürsorglichen Beratern (z. B. im Rahmen eines Beratungsprotokolls) erhalten, oft die gewünschte umfassende Veränderung.

Unterschiede

Unterschiede von systemischen Struktur-Aufstellungen zu „klassischen“ Organisations-Aufstellungen

Man entdeckt keine neuen Erdteile,
ohne den Mut zu haben,
alte Küsten aus den Augen zu verlieren.        André Gide

G. Weber, B. Gross, K. Grochowiak und andere haben in den 90er-Jahren die Familien-Aufstellung nach Hellinger auf Organisationen übertragen. Die Systemischen Strukturaufstellungen (SySt®) nach M. Varga von Kibéd und I. Sparrer unterscheiden sich davon in mehreren Punkten:

  • 100 % Diskretion durch verdeckte Arbeit
    Durch Aufstellen abstrakter Elemente bzw. Verwenden von anonymen Elementnamen (Person „X“, Ressource „A“, Hindernis „1“, etc.) ist eine inhaltsfreie, prozessorientierte Arbeit (wie im NLP) möglich. Allein der Klient kennt die genaue Bedeutung der Elemente und versteht die Lösung. Dies ermöglicht gerade in Firmen und Teams das Bearbeiten von sensiblen Themen, da die Anwesenden den Lösungsprozess erleben und dafür keine Informationen über das Klientenproblem zu erhalten brauchen.
  • Synchrones Arbeiten auf zwei Ebenen
    Strukturaufstellungen ermöglichen, gleichzeitig auf verschiedenen Ebenen zu arbeiten. Während man „offiziell“ z. B. eine Problemaufstellung aus dem Arbeitsbereich macht, kann es evtl. vorkommen, dass sich in der Aufstellung eine Problematik aus dem Privatbereich zeigt (z. B. Vater-Sohn-Konflikt), der zum Schutz des Klienten nicht offen angesprochen wird. Alle folgenden Interventionen können nun so durchgeführt werden, dass sie für beide Kontexte (Beruf und Familie) passend sind
    (d. h. Mehrdeutigkeit aufweisen und auf beiden Ebenen wirken).
  • Lösungsorientierte Abstraktion
    Wenn in einer Aufstellung unbekannte Elemente auftauchen (Ausblendungen), so brauchen diese nicht explizit benannt zu werden
    (z. B. Bereichsleiter Marketing, Mitarbeiter Müller, Prämie X, Konflikt Y, Ziel Z), sondern es reichen Bezeichnungen wie „das, was fehlt“ oder „das, worum es sonst noch geht“.
    Vorteil: die Antworten aus dem System sind oft hilfreicher als die analytischen (oder vermuteten) Ergebnisse aus dem Kopf und lassen durch ihre neutrale Benennung mehr und flexiblere Lösungsansätze zu.
  • Einbettung
    Strukturaufstellungen sind oft eingebettet in ein umfassendes Coaching, d. h. vor und nach der Aufstellung finden bei Bedarf weitere Beratungsschritte statt. Beim Verankern des Lösungsbildes am Ende einer Aufstellung können verstärkende Sprachmuster eingesetzt werden.
  • Anliegenspezifische Modelle
    Je nach Anliegen wird ein passendes Modell aus über 100 möglichen ausgewählt. Bei Entscheidungen ist z. B. eine Tetralemma-Aufstellung sinnvoll, bei Kommunikationsstörungen eine Team Management Aufstellung (TMA) oder Teamstruktur-Aufstellung, (s. www.System-Aufstellung.info).
  • Element-Typen
    Neben den „normalen“ Repräsentanten gibt es in Strukturaufstellungen noch „Orte“ und „freie Elemente“.
    Orte sind Systemteile, die einen festen Platz darstellen (wie z. B. Geburtsort, Wohnort, Grundstück, Firmensitz, regionale Märkte) und wie die Pole in einer „Glaubenspolaritäten-Aufstellung“, (z. B. Vernunft, Erkenntnis, Struktur) oder einer HerzIntelligenz-Aufstellung ** (Ratio, Emotion, Intuition) und während der Aufstellung nicht umgestellt werden.
    Freie Elemente sind dynamische Teile, die selbstbestimmt agieren und nicht kontrolliert werden (z. B. Weisheit, Intuition, Allbewusstsein). Solche besonderen Elemente kommen nur in einigen besonderen Aufstellungsarten zum Einsatz und können dabei oft Erstaunliches bewirken.
  • Anregungen von Insa Sparrer und Rolf Lutterbeck

* Der Begriff Struktur-Aufstellung stammt von Matthias Varga von Kibéd und Insa Sparrer,
“SySt” ist ein eingetragenes Markenzeichen ihres Instituts.
** Die HerzIntelligenz-Aufstellung (HIA) ist wie die Team Management Aufstellung (TMA) eine Entwicklung von Rudolf A. Schnappauf

Termine-Aufstellungstag

jeweils von 9.30 bis ca. 17:50 Uhr:
– Sonntag, 18. November
– Sonntag, 09. Dezember
– Sonntag, 20. Januar
usw. meist dritter Sonntag
im Monat