System-Aufstellungen – ihre Wirkungen erklären oder genießen?

System-Aufstellungen können oft ganz viel bewegen und verändern, nicht nur im Aufstellenden selbst, sondern manchmal auch in seinem Umfeld – sowohl in der Familie als auch am Arbeitsplatz in den Beziehungen zu Chefs, Kollegen und Kunden.

Doch selbst wenn in der Aufstellung ein schlimmes Ereignis in der Kindheit oder im Leben eines Vorfahren sichtbar wird, Beachtung findet und die anfänglich stark konfliktäre oder belastende Ausgangssituation einer allparteilichen Lösung mit einem harmonischen „Lösungsbild“ zugeführt werden kann (was ich zum Glück schon rund 800 Mal erleben durfte), heißt das nicht zwangsläufig, dass es im Leben des Klienten oder in der wahren Geschichte seiner Familie oder Arbeitsstätte etwas exakt Entsprechendes gegeben haben muss.

Auch wenn die „Lösung“ in der Aufstellung tatsächlich zu einer deutlichen Verbesserung der realen Situation des Klienten führt, muss dies keineswegs bedeuten, dass die Ursachen der Probleme im Leben des Klienten zwangsläufig eins zu eins mit der Situation in der Aufstellung übereinstimmen müssen.

Prof. Dr. Matthias Varga von Kibéd beschreibt dies mit der treffenden Metapher: „Auch wenn Aspirin einen Schmerz lindern hilft, heißt das nicht, dass die Ursache des Schmerzes Aspirinmangel gewesen sein muss.

Das schmerzstillende Mittel heilt auch nicht. Es reduziert nur die Wirkung des Symptoms soweit, dass das „System Patient“ seine Selbstheilungskräfte wieder aktivieren kann. Auch die Aufstellung heilt nicht unmittelbar, sie zeigt nur Heilungswege auf. (Sie öffnet Türen und zeigt neue Wege auf. Gehen muss der Klient selbst.) Die Aufstellung bringt heilsame Information in das „System Klient“, ähnlich einem Homöopathikum (doch der Klient entscheidet, ob und wie er sie einnimmt. Gibt er der neuen Erfahrung einen guten Platz in seinem Bewusstsein, kann der Samen aufgehen und Neues daraus erwachsen).

Wenn einem Klienten durch eine Aufstellung dauerhaft geholfen worden ist, spielt es keine Rolle, ob dies dadurch geschehen ist, dass ein Trauma, ein Miasma, ein Missbrauch, eine Abtreibung, eine Schuld, ein Verbrechen, ein Leid, ein Unglück, eine Krankheit, ein Karma oder sonst etwas in seinem System aufgelöst worden ist – oder ob das „Ereignis“ gar nicht benannt worden ist.

Wenn ein Prozess hilft, ist das gut. Wenn das Beachten eines Ereignisses in einer Aufstellung geholfen hat, ist das gut – und es ist völlig belanglos, ob es ein entsprechendes historisches Ereignis überhaupt gegeben hat. „Wer heilt, hat recht“, wusste schon Hippokrates.

Aufstellungen lösen oft sehr intensive Emotionen aus, allerdings auch dann, wenn – wie in einer Drehbuchaufstellung – rein fiktive Konstellationen aufgestellt werden, die keinen Bezug zu einer realen Situation haben. Aus welchen Gründen dennoch derart oft erstaunlich wundersame Parallelen zu realen Personen (und deren Verhaltensweisen) erfahrbar werden, entzieht sich unserer Erkenntnis (und vielleicht ist das auch gut so, um weniger mit dem Verstand und mehr mit der Intuition und dem Herzen dabei zu sein).

Es geht in Aufstellungen nicht darum, die Vergangenheit zu ändern – was ja auch gar nicht funktionieren könnte, sondern die Wirkung der Vorstellungen, Bilder und Gefühle im Klienten heilsam zu ändern, hinderliche Muster durch förderliche zu ersetzen.

Diese konstruktivistische Sicht reicht vollkommen aus, um mit Aufstellungen sehr erfolgreich zu arbeiten. Es bedarf keiner kausallogischen Verbindungsketten zu möglichen „wahren“ Ereignissen in der Familie oder früheren Leben des Klienten (die phänomenologische Argumentation mancher Familiensteller stößt bei skeptischen Klienten allzu leicht auf Widerstand). Und es bedarf auch keiner Erklärungsversuche, wie und aus welchen Gründen die Aufstellung eine „Lösung“ bewirkt oder „Heilung“ verursacht haben mag. (Die Physik kann Heilung ohnehin nicht erklären, „Deltronen aus der negativen Raumzeit“ sind bislang nur eine Hypothese.)

Wer trotzdem auf Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen besteht, braucht sich nicht zu wundern, wenn er Widerstand und Ablehnung erfährt (zumindest von rein materialistisch denkenden Menschen). Denn die Wirkung von Aufstellungen lässt sich zwar glasklar beweisen und auch messen, aber eben nicht rational oder gar wissenschaftlich erklären. Wer es dennoch versucht, verstrickt sich in Glaubenssätze, Meinungen, Überzeugungen, Vermutungen, Theorien, Ansichten… (und riskiert, als Esoteriker oder religiöser Dogmatiker bezeichnet zu werden).

Die positiven Wirkungen von Aufstellungen lassen sich erleben, aber nicht begründen.

Das ist jedoch kein Grund, ihren großen Nutzen nicht zu nutzen! Autofahrer fahren ja auch Auto, ohne zu wissen, wie Elektronik und Motormanagement funktionieren. Und Hausfrauen saugen Staub, ohne dessen Zusammensetzung analysieren oder die Wirkungsweise des Staubsaugers erklären zu können. Patienten nehmen homöopathische Mittel ein, ohne dass wir genau erklären können, wie sie (energetisch) Heilung hervorrufen.

Erfreuen wir uns daher an den vielen positiven Auswirkungen von System-Aufstellungen. Lassen wir uns von ihren heilsamen Wirkungen helfen, ohne sie mit grübelnden Gedanken zu zerbröseln. Genießen wir dieses Geschenk lieber dankbar in Herz, Gemüt und Seele.

Rudolf A. Schnappauf, 6. Juni 2012
www.Systemaufstellungen24.de
www.System-Aufstellung.info

System-Aufstellungs-Tag, jeden dritten Sonntag im Monat in der Re-Sourcing-Oase
in Hünfelden-Heringen, 9.30 Uhr – ca. 18.00 Uhr
Anmelden: http://systemaufstellungen24.de/anmeldung-zum-aufstellungstag/

Rudolf A. Schnappauf Am Fußgraben 26 65597 Hünfelden-Heringen
Tel.: 06438 – 5400 Schnappauf@RAS-Training.de
www.RAS-Training.de kostenfreie monatliche RAS-News
Blog: http://Respekt-Achtung-und-Selbstvertrauen.blogspot.com

Erfahrungen von Teilnehmern am Aufstellungs-Tag

Danke an über Hundert Personen, die mit ihren schriftlichen Rückmeldungen beweisen,
welche außerordentlich hilfreiche Wirkungen mit Aufstellungen möglich sind:

Vollständige Auflistung:  www.RAS-Training.de/resourcing/aufstellungen/referenzen_aufstellungen.htm

Ca. 111 Erfahrungsberichte von TeilnehmerInnen: pdf-Datei zum Ausdrucken:
www.ras-training.de/neu/pdf/erfahrungen_begeisterter_teilnehmer_am_aufstellungstag.pdf

und pdf-Datei aller Feedbacks

Termine-Aufstellungstag

jeweils von 9.30 bis ca. 18 Uhr:

-Sonntag, 17.09.2017
-Sonntag, 15.10.2017
-Sonntag, 10.12.2017